Putin setzt auf Schröder – Eine neue Rolle im Ukraine-Konflikt?
Wladimir Putin sieht Gerhard Schröder als möglichen Vermittler im Ukraine-Konflikt. SPD-Außenpolitiker zeigen sich offen für diese Idee. Eine Diskussion über das Machbare und die Motive.
Wladimir Putin sieht Gerhard Schröder als möglichen Vermittler im Ukraine-Konflikt. SPD-Außenpolitiker zeigen sich offen für diese Idee. Eine Diskussion über das Machbare und die Motive.
Es war ein unauffälliger Moment, der dennoch große Wellen schlug. Als ich das Radio einschaltete, hörte ich die Stimme eines Politikers, der vor wenigen Jahren für viele Deutsche nur noch eine Randnotiz war: Gerhard Schröder. Wladimir Putin, so die Meldung, wolle ihn als Vermittler im Ukraine-Konflikt. Meine Gedanken begannen umgehend zu kreisen. Schröder, der 2005 als Bundeskanzler abtrat und seither immer wieder in die Kritik geriet – was könnte ihn jetzt für eine solch bedeutende Rolle qualifizieren?
Es ist nicht lange her, dass Schröder für seine enge Beziehung zu Russland und den dortigen Energiekonzernen scharf angegriffen wurde. Wie viele Abgeordnete der SPD denke ich, dass es nicht nur um die Person Schröder geht, sondern auch um die tiefere Frage: Kann man in einem Konflikt wie diesem tatsächlich mit alten Vertrauten Frieden stiften? Ist die Nähe, die Schröder zu Putin hatte, ein Vorteil oder ein Nachteil? Ist er nicht zu sehr in der politischen Arena des Kremls verwurzelt, um als neutraler Vermittler akzeptiert zu werden?
Dennoch zeigen sich einige Genossen der SPD offen für die Idee. Sie argumentieren, dass die Erfahrung und das Wissen Schröders über Russland und die geopolitischen Spannungen von unschätzbarem Wert sein könnten. Doch ist es wirklich klug, Schröder, jemand, der mit der aktuellen Bundesregierung oft in Konflikt steht, in eine so zentrale Rolle zu bringen? Die Frage, die sich mir aufdrängt, ist, wie viel Einfluss ein einzelner Vermittler in einem so komplexen Konflikt tatsächlich haben kann. Gibt es nicht auch die Gefahr, dass Schröder zu einer Marionette von Putin wird?
Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass viele Politiker und Analysten sich fragen, inwieweit persönliche Beziehungen Einfluss auf politische Prozesse haben. Ist es nicht paradox, dass das, was einmal als eine wertvolle politische Eigenschaft galt, in Krisenzeiten unter einem kritischen Licht betrachtet wird? Kann man wirklich darauf vertrauen, dass alte Freundschaften und Verbindungen in solch einer angespannten Situation zum Frieden führen?
Ein weiteres Element, das es wert ist, beleuchtet zu werden, sind die Reaktionen der anderen Parteien und internationalen Akteure auf diese Vorstellung. Wie wird die Ukraine auf diese Entwicklung reagieren? Wäre es ein Zeichen der Schwäche, einen ehemaligen Kanzler aus Deutschland ins Spiel zu bringen, oder könnte es als ein Schritt in Richtung Dialog und Verhandlung gedeutet werden? Die Vielfalt der Meinungen zu diesem Thema spiegelt sich in den Medien wieder und führt zu einer gewissen Verwirrung darüber, in welche Richtung sich die deutsche Außenpolitik bewegen kann.
Ich frage mich: Könnte Schröder tatsächlich eine Brücke zu einem Frieden schlagen, oder wäre er vielmehr ein Hindernis, das die Fronten weiter verhärtet? Auch der Gedanke, dass er vielleicht als Vermittler fungieren könnte, wirft eine dunkle Schattenseite auf: Welche anderen Interessen stecken hinter dieser Offerte? Ist es nicht einfach ein weiterer Schritt auf dem Schachbrett der internationalen Politik, auf dem jeder Spieler versucht, seine eigenen Vorteile zu sichern?
So viele Fragen bleiben unbeantwortet, und ich kann nicht umhin, mich zu fragen, ob es nicht besser wäre, die Fäden in den Händen von Mediatoren zu lassen, die tatsächlich als neutral angesehen werden. Mögen Schröders Verbindungen zu Russland auch als Vorteil angesehen werden – der Verdacht bleibt, dass das Vertrauen in seine Rolle brüchig ist. Wird er in der Lage sein, die verschiedenen Stimmen zu hören und die Agenda der Mächtigen zu durchbrechen? In einer Zeit, in der wir nach Stabilität und Frieden streben, muss man auch die Risiken in Betracht ziehen.
Die Sache hat also viele Facetten. Schröder könnte theoretisch als eine Art Brückenbauer auftreten, aber was, wenn diese Brücke brüchig ist? In der Politik zählt oft nicht nur das, was gesagt wird, sondern auch das, was nicht gesagt wird. Vielleicht sind die politischen Verstrickungen in dieser Angelegenheit weit komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.
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